120 Jahre Pianohaus van Bremen
1906 eröffnete Hugo Wilhelm van Bremen in Dortmund eine Pianohandlung. Seitdem führt die Familie das Haus, heute in vierter Generation. Neun Adressen in der Dortmunder Innenstadt, ein Neuanfang nach dem Krieg, zwei Jubiläumsfotos aus dem eigenen Archiv: Diese Seite fasst zusammen, was sich über Adressbücher, Zeitungen und Handelsregister belegen lässt.
Vier Generationen: Hugo Wilhelm van Bremen (1879–1955), Gründer · Hugo Joseph van Bremen (1913–1977) · Franz van Bremen (Geschäftsführung seit 1977) · Maximilian van Bremen (seit 2017)
1906 bis 1955: Die Gründerjahre
1906 Hugo Wilhelm van Bremen, geboren 1879 in Essen, gründet das Pianohaus in Dortmund. Erste Geschäftsadresse ist der Heilige Weg 15. Schon 1907 wird er in Familienpapieren als „Kaufmann in Dortmund“ geführt; im selben Jahr heiratet er Maria Elisabeth Hilger aus Beckum.
1919 bis 1930 Brückstraße 21, heute der Standort des Konzerthauses Dortmund, dann Hansastraße 1 im ehemaligen Konzert-Kaffee Fürstenhof gegenüber dem Löwenhof. Der erste Schritt in die Hansastraße, bis heute die Adresse des Hauses.
1930 Der Sohn Heinrich van Bremen übernimmt mit 21 Jahren das Essener Pianohaus Hilger & Co. Von 1935 an führt Hugo Wilhelm zusätzlich dessen Geschäfte.
1935 bis 1941 Hansastraße 30, dann Hansastraße 5/7.
1944 Werkstatt und Einrichtung gehen im Krieg vollständig verloren. Am 25. November 1944 meldet die Westfälische Landeszeitung die Wiedereröffnung von Büro und Werkstatt in Lütgendortmund, Limbecker Straße 9: „Stimmungen und Reparaturen werden wieder ausgeführt.“
1949 Neuanfang in der Arndtstraße 33. Die Westfalenpost besucht das Haus am 4. Januar 1949 und überschreibt ihren Bericht „Im Sanatorium klingender Saiten“. Vertretungen damals: Ibach, Blüthner, Bechstein, Rheinberger, Steinweg.
1953 Das Dortmunder Adressbuch führt das Haus unter „Alte Dortmunder Firmen – 1906“ mit Steinway & Sons, Bechstein, Blüthner, Förster, Grotrian-Steinweg, Ibach und Schimmel.
1955 Der Gründer stirbt im März 1955 in Dortmund.
1955 bis 2017: Westfalenhaus, Yamaha, Wettbewerb
1956 Hugo Joseph van Bremen führt das Haus in zweiter Generation und zieht von der Arndtstraße ins Westfalenhaus an der Hansastraße, wo das Pianohaus bis heute sitzt. Das Foto links zeigt den Verkaufsraum zum 50-jährigen Bestehen.
1966 Als einer der ersten deutschen Klavierhändler nimmt das Haus neben den klassischen Manufakturen die Klaviere und Flügel von Yamaha ins Sortiment.
1974 Aus dem Einzelunternehmen wird die H. van Bremen KG. Franz van Bremen, Jahrgang 1951, wird Gesellschafter.
1977 Hugo Joseph van Bremen stirbt im November 1977. Franz van Bremen übernimmt mit 26 Jahren die Geschäftsführung und leitet das Haus über vier Jahrzehnte.
1981 75 Jahre Pianohaus van Bremen. Das Foto zeigt Franz van Bremen am Steinway & Sons Flügel im Westfalenhaus.
1982 Die Reihe der Montagskonzerte mit jungen Talenten aus der Region beginnt.
1999 Umzug innerhalb des Westfalenhauses aus der ersten Etage in das umgebaute Erdgeschoss mit hohen, lichten Räumen.
2002 Mit Maximilian van Bremen tritt die vierte Generation in das Unternehmen ein.
2003 Erster Westfälischer van Bremen Klavierwettbewerb für Kinder und Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen, seitdem jährlich ausgerichtet.
2006 100 Jahre Pianohaus van Bremen. Im Jubiläumsjahr beginnen die Tage der Klaviermusik, seither jedes Jahr am Karnevalswochenende; im November der 4. Westfälische van Bremen Klavierwettbewerb.
2010 Zur Kulturhauptstadt Ruhr starten Pianohaus und City-Ring Dortmund die Aktion „Spiel mich“: 30 Klaviere stehen in der Innenstadt, danach werden sie für einen guten Zweck versteigert.
2017 bis 2026: Vierte Generation
2017 Maximilian van Bremen, Diplom-Betriebswirt, übernimmt die Geschäftsführung der Pianohaus H. van Bremen GmbH & Co. KG. Das Haus vertritt heute Kawai, C. Bechstein, W. Hoffmann und Zimmermann sowie die Digitalpianos von Roland und Casio. Klavierstimmung, Reparatur, Transport, Miete und der Verleih von Konzertflügeln gehören dazu wie 1906 der Verkauf. Mit „Spiel mich“ stehen Klaviere in der Dortmunder City, bei den kleinen Klavierbauern sehen Kinder, wie im Klavier der Ton entsteht.
2026, das Jubiläumsjahr
10. September: Das Firmenarchiv geht an das Westfälische Wirtschaftsarchiv in Dortmund (Bestand 71/322), damit die Geschichte des Hauses öffentlich zugänglich bleibt.
Das Haus verlegt erstmals selbst: das Notenheft „Spiel mich, sing mich!“ und das Kinderbuch „Wo ist der Ton versteckt?“.
19. September: Die kleinen Klavierbauer bei der DEW21 Museumsnacht, das Westfalenhaus erstmals Spielort.
31. Oktober bis 18. Dezember: Ausstellung Piano und Pigment, drei Dortmunder Künstlerinnen zwischen Flügeln und Klavieren.
14. November: 24. Westfälischer van Bremen Klavierwettbewerb im Orchesterzentrum NRW.
Geschäftsadressen seit 1906
| 1907–1914 | Heiliger Weg 15 |
| 1919–1926 | Brückstraße 21 (heute Konzerthaus Dortmund) |
| 1926–1930 | Hansastraße 1 (ehemals Konzert-Kaffee Fürstenhof) |
| 1935 | Hansastraße 30 |
| 1938–1941 | Hansastraße 5/7 |
| 1944 | Lütgendortmund, Limbecker Straße 9 |
| 1949–1953 | Arndtstraße 33 |
| seit 1956 | Westfalenhaus, Hansastraße 7–11 |
Quellen: Adressbücher der Stadt Dortmund 1907 bis 1954 (Stadtarchiv Dortmund), Westfälische Landeszeitung vom 25. November 1944, Westfalenpost vom 4. Januar 1949, Handelsregister des Amtsgerichts Dortmund, Firmenarchiv im Westfälischen Wirtschaftsarchiv Dortmund, Bestand 71/322.
Fragen zur Geschichte des Hauses beantworten wir gern: 0231 141075 oder piano@vanbremen.de. Unser Team heute.